Freitagmorgen um halb Acht
13 Jugendliche aus den Jugendwerkstätten der LABORA gGmbH sind in der Tischlerei eingetroffen um einmal über den eigenen Tellerrand zu schauen und etwas Neues kennen zu lernen.
Gemeint ist ein Drechselkurs, in dem die drei erfahrenen Handwerker Hanshermann Nieke (Meister), Martin Bodenburg und Ulrich Ristau die Jugendlichen in die Kunst des Drechselns einführen. Aus einem Stück Edelholz soll ein Kugelschreiber gedrechselt werden.
Die Spannung unter den Teilnehmern ist groß. „Am liebsten hätte ich sofort losgelegt,“ erzählt Aylin.
Doch zuerst erfolgt die Sicherheitseinweisung. Danach werden die Teilnehmer mit der Drechselbank
und ihren Werkzeugen vertraut gemacht. Jetzt sind alle gespannt auf die praktische Arbeit.
Bevor die Edelhölzer in die Drechselbank eingespannt werden, wird an einfachen Holzstücken das Drechseln geprobt. Daraus entstehen ebenfalls Kugelschreiber, allerdings in einer schlichteren Form.
So bekommt jeder das nötige Fingerspitzengefühl für Holz und Maschine.
Auch wenn anfangs der eine oder andere Versuch misslingt, die Jugendlichen lassen sich nicht entmutigen. Die Anleiter stehen ihnen zur Seite und so meistern sie ihr Werkstück.
Dann wird es ernst. Aus dem rechteckigen Rohling aus Edelholz wird eine runde Form gedreht.
Konzentriert wird an der Formgebung und den richtigen Maßen gearbeitet.
Zum Schluss wird die Form geschliffen und geölt.
„So wird die Maserung noch schöner!“ erklärt die nun sachkundige Aylin.
Stolz präsentieren die Teilnehmer ihre Ergebnisse, die sie mit nach Hause nehmen dürfen. Keine Massenware, sondern Einzelstücke mit ansprechendem Design und von erlesener Qualität.
Die einundzwanzigjährige Sabrina hält ihren Kugelschreiber in der Hand. „Ich habe vorher noch nie in der Tischlerei gearbeitet und bin selbst überrascht, dass ich es so gut hinbekommen habe!“ freut sie sich.
Eins ist klar: beim nächsten Drechselkurs ist sie wieder mit dabei.
